Energieseminar 2013

 

Datum: 19.-20.09.2013 - Campus Zittau

undefinedSeminarprogramm

 

Das im Jahre 2010 verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung sowie die Beschlüsse zur Beschleunigung der Energiewende 2011 ziehen eine grundlegende Umgestaltung der deutschen Energieversorgung mit sich. In den vergangenen Jahren haben sich die Ausbauzahlen der Erneuerbaren Energien (EE) drastisch erhöht. Die EEG-Umlage steigt und erhebliche Auswirkungen auf Wettbewerbsprozesse sind die Folge, „die uns jetzt vor ganz neuen Herausforderungen stellen“ so Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW. Sie stellte den Teilnehmern des Energieseminar Lösungsansätze vor, mithilfe derer die Energiewende wieder auf „Kurs“ gebracht werden soll. Die planbare, verlässliche und kosteneffiziente Versorgungssicherheit im Stromsektor ist dabei ein grundlegendes Ziel. Beispielsweise sollte das EEG reformiert, ein dezentraler Leistungsmarkt eingeführt und eine konsequente, abgestimmte EU-Strategie verfolgt werden.


Herr Strobel vom  Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) TenneT TSO GmbH verdeutlichte die gegenwärtigen Probleme an praktischen Beispielen. Die Sicherstellung eines Gleichgewichts zwischen Erzeugung und Verbrauch erfordert einen deutlich höheren Regelleistungsbedarf als in den Jahren zuvor. Gründe dafür sind u.a. die vermehrte, dargebotsabhängige Einspeisung und die begrenzte Prognostizierbarkeit der Erneuerbarer Energien. Im europäischen Verbundsystem entstehen damit auch Herausforderungen für die Netzbetreiber der Nachbarländer, wie Herr Dr. Todem vom ÜNB Austrian Power Grid AG deutlich machte. Neben den Herausforderungen wurden auch Lösungsvorschläge für verbesserte Übertragungsnetze skizziert. Dabei rückten „Smart Grid“-Lösungen und leistungsstarke Speicherkapazitäten in den Fokus.


Auch in der Forschung und Entwicklung beschäftigen sich zahlreiche Arbeiten mit dem Problem der volatilen Einspeisung von EE-Strom. Ein Beispiel zeigte Markus Speckmann, vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Es wurden Szenarien untersucht, wie eine Vollversorgung mit 100% Erneuerbarer Energien zur Deckung des Strombedarfs möglich ist.


Dass die Energiewende alle Glieder der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette betrifft, zeigten die Referate der DREWAG-Stadtwerke Dresden GmbH und ENSO NETZ GmbH als kommunale bzw. regionale Energieversorger. Dass Erdgas der ideale Partner der Erneuerbaren sein kann, verdeutlichte Herr Dr. Hanfeld von der WINGAS GmbH in seinem Vortrag zur Erdgaswirtschaft.


Die rund 60 Teilnehmer des Energieseminar wurden zudem durch die internationalen Gastredner über aktuelle energiewirtschaftliche Herausforderungen in Mittel- und Osteuropas informiert. Einen interessanten Bericht hierzu finden Sie in der aktuellen Ausgabe der VDI-Nachrichten (40/2013).


Das Zittauer Energieseminar wurde vor 23 Jahren durch Prof. Riesner gegründet. Prof. Zielbauer übernahm die Leitung vor 10 Jahren und übergab nun den Staffelstab an Prof. Schütte. Er wird das Zittauer Energieseminars als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im energiepolitischen Austausch zwischen Deutschland und Europa weiterführen.

 

 

Einige Bilder vom 23. Energieseminar finden Sie in der undefinedGalerie.

Wiss. Leitung

Prof. Dr. Tino Schütte

Haus Z II, Raum 016.2

03583-612-4647
t.schuette@hszg.de
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